Alkoholkonsum und Schamgefühl in den Romanen "König Alkohol" von Jack London, "Zum starken Engel" von Jerzy Pilch und "Der Trinker" von Hans Fallada
Abstract
Grundlage des vorliegenden Beitrags sind drei Romane, deren zentrales Thema die Alkoholabhängigkeit ist. Ziel des Beitrags ist es, das Schamgefühl vor dem Hintergrund der Alkoholkrankheit darzustellen. Trotz der gemeinsamen Problematik und offensichtlicher autobiografischer Züge unterscheiden sich die analysierten literarischen Werke wesentlich voneinander. Sie wurden zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Kulturkreisen geschrieben und spiegeln die unterschiedlichen Erfahrungen der Autoren wider. Die Lektüre der ausgewählten Romane zeigt eindeutig, dass Alkoholismus nicht unbedingt mit Scham einhergeht. In Jack Londons Roman "König Alkohol" sind die Alkoholexzesse des Protagonisten für ihn beispielsweise niemals ein Grund für Scham. In Jerzy Pilchs "Zum starken Engel" wird dieses Gefühl zwar beschrieben, jedoch nicht auf die Hauptfigur bezogen. Über die aus dem Alkoholmissbrauch resultierende Scham schreibt hingegen Hans Fallada in seinem Roman "Der Trinker" ganz offen. Trotz unterschiedlicher Einstellungen zur Kategorie der Scham ist jeder dieser Romane vor allem eine erschütternde Beschreibung des Untergangs eines Menschen, dessen Leben von einem unwiderstehlichen Verlangen nach Alkohol bestimmt ist.
Schlagworte:
Scham, Alkohol, Abhängigkeit, autobiografischer Roman, Hans Fallada, Jack London, Jerzy PilchLiteraturhinweise
Literaturhinweise
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